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Kind I, bibelfeste Brillenträgerin, doziert zwischen Maultaschen und kaltem Wasser über Gott und die Menschen: "Gott erhöht die Niederen und erniedrigt die Erhöhten." "... d.h. für ihn sind alle Menschen gleich?" "Das kann man im Prinzip so sagen."
immer, jeden abend, ohne ausnahme, lässt sich mein nachbar ein bad ein, wenn ich ins bett gehen möchte. er ist auch durch unterschiedliche zeiten nicht zu täuschen. dann, aber nicht nur dann, singt er. der mann hört eigentlich gar nicht auf zu singen. ich vermute, er trainiert für ein popstars-casting. in der badewanne wird der gesang durch planschgeräusche unterstützt. dafür verzichtet er auf die gitarre, die sonst immer an ihm zu hängen scheint. lautes husten, gegengesang, fluchen, gewaltverherrlichende filme können ihn auf seinem weg zum superstar nicht aufhalten. ich hoffe, die nehmen ihn und stecken ihn sehr lange ins band-haus.
in einem anflug von ich-erkenne-mich-nicht-wieder-und-tue-es-trotzdem" entschlossen heute abend maria schrader und sebastian koch bei was auch immer zuzusehen. ich glaube, die beiden sind sehr traurig. kann mich aber auch irren. (am spätnachmittag ging mir endlich ein selbstkritisches licht auf; die wollten mir keine laufschuhe verkaufen, weil sie mich nicht würdig und wert fanden ihre guten schuhe an meinen füßen zu wissen, schuhe vor die säue quasi). die idee war halb gut. mein rechter unterkiefer schwillt mittlerweile zu doppelter dicke an. angst und stressbeißen. einseitig. ahhh ja, natürlich, er (sebastian k.) hat sich zum schluss noch einmal gekämt, artig bei der geliebten bedankt (endlich kann er über alles sprechen) und steigt jetzt doch zu ihr (maria sch.) ins auto. "hast du noch platz für mich?". schrader heult schon wieder. ich meine mich erinnern zu können, dazu irgendwo eine positive besprechung gelesen zu habe, der ich aber aber und ich betone das, von anfang an keinen glauben geschenkt habe.
jetzt gleich "hengstparade 2007 in neustadt" auf dem rbb.
so, gleich vorbei das jahr. fazit kann ich nicht ziehen, ich vergesse immer alles.
woran ich mich erinnere...
- viele stunden in zügen verbracht.
- sehr viel zum ersten mal gemacht.
- berlin marathon.
- viel gearbeitet, wenig geschlafen.
- viele dvds in zügen gesehen.
- mehrfach die stimme verloren.
- gepäck optimiert.
- in vielen fremden betten übernachtet.
danke für gastfreundschaft, vertrauen, freundlichkeit, freundschaft, geduld, kraft, aufmerksamkeit, unterstützung, trost, rat, ermunterung und alles. kind I, kind II , dem mitbewohner und der befreundeten verwandtschaft immer und sowieso.
bald 2008. allen nur das beste.
es grüßt mit wärmflasche -
j.
immer wieder tun müssen, was getan werden muss.
die dunkelheit trägt das unstete in kind I und kind II hinein. eine rastlose langeweile. einzig sichtbarer farbton ist das gelb der augencreme die mit dem eitrigen gelb des behandelten auges von kind I chanchiert.
für mich würde der tag wieder wenig gutes bringen. ich wußte es in dem moment, als ich mich aus dem bett gequält hatte. nacken kaputt, schultern kaputt, rücken kaputt, kopf insgesamt nachhaltig und ohne aussicht auf besserung zerstört. instinktiv und grundlos nach eine hässlichen mütze im regal gegriffen um sie aufzusetzen. menschen die mützen innerhalb geschlossener räume tragen (die sie nicht kleiden, schlimmer noch, mehr entstellen als ohne mütze, obwohl alles auch äußerlich auf die kopf-nacken-schulter-problematik hinweist) sind an sich verdächtig. ich muss mich also fortwährend argwöhnisch beobachten, weil ich nicht genau weiß, was als nächstes kommt. einige kritische überlegungen zu drängenden menschheitsfragen notiert.
wenn der mensch das naheliegende, sich selbst, nicht erträgt, wie kann er dann so etwas wie sozialverhalten entwickeln?
kind II hat sich in die gestern käuflich erworbenen winterstiefel verliebt. liebe alleine füllt aber nur bedingt aus und so wälzt sich kind II verzweifelt durch die räume.
warum scheint es unmöglich den kausalen zusammenhang von fehlendem, menschlichem sozialverhalten und der entwicklung von kosmetikprodukten wie "melkfett" zu erkennen und einzuordnen?
kind II muss zurück an die siebhalter-espresso-maschine.
die phase der geschlechtlichen fortpflanzung überwindend, stoßen kind I und kind II in die philiosophischen tiefen von zweierbeziehung und polygamie vor.
Kind II: wer hat sich zuerst verliebt? du in papa oder papa in dich? naja, papa bestimmt in dich. jungs verlieben sich ja immer schneller.
im übrigen ist kind II aus div. gründen sehr froh, dass sie keine junge werden muss.
wir schweigen und nicken gemeinsam in stiller einmütigkeit.
beim lesen meines tageshoroskopes fast an meiner eigenen spucke verschluckt und daran erstickt...
Sie erhalten zurück, was Sie geben: Güte, Freundschaft und liebevolle Unterstützung.
es gibt fehler die nicht wiederholt werden sollten. "wendy"-hefte vergessen gehört sicher dazu. heute die ausgabe für diese woche käuflich erworben. heft II folgt.
man wird gemeinhin nicht schöner, wenn man das schlafen einstellt.
ungelöste frage für die nacht: wohin mit den dämonen?
Dieser Tage kann leicht dem Trugschlusse unterlegen werden, dass der eigenen, fortschreitenden Vergreisung, innerlich wie äußerlich tatenlos zusehen zu müssen, Herausforderung genug sei. Selbst teuerste Produkte aus dem Bereich der kosmetischen High-Tech-Forschung können dem nicht positiv entgegen wirken. nicht einmal mein Glaube und er ist fest und unerschütterlich vermag hier noch Berge zu versetzen. Bitter, wenn man dann auf einer der führenden Fachzeitschrift lesen muss: Michelle Pfeiffer, strahlend schön und faltenfrei mit 49. Und all das nur, weil sie gute Gene hat, zufrieden ist, viel schläft, keinen Alkohol trinkt und seit 38 Jahren nicht mehr geraucht hat.
Rettung verheißt da eine Reise heim zu Kind I, Kind II, dem Mitbewohner und den neuen, noch sangesfreudigeren Nachbarn (ich vermute, verkannter Singer-Songwriter, inkl. Gitarrenbegleitung). Nur Familie und fröhliches Kinderlachen können die Anstrengung der vergangenen Wochen wett machen.
Der Mensch ist ein Träumer und Narr, der sich wider besseren Wissens immer wieder phantastischen Spinnereien hingibt.
Auch hier ist nur im Dunkeln besehen alles gut. Am Tag springt mich der überladene Schreibtisch, der einmal meiner war an. Als wolle er sagen: Du Schwein, guck dir genau an, wie ich aussehe. Alles was heimatlos und gerne auch ein wenig kaputt ist, rottet sich auf ihm zusammen. Oben auf ein kleines Häufchen aus weißen und schweinchen blauen Stofflümpchen. Dazu ein Zettel mit folgenden Anweisungen von Kind I:
Rockgurt kürzen
Rock unten mit Kreuzstichen festnähen
Oberteil an den Rock nähen
Wir ahnen bereits, wer das bis morgen erledigt haben soll. Allein es wird kein gutes Ende nehmen. Die Nähmaschine und ich sind nur entfernte Freunde. Außerdem wird es noch schlimmer kommen. Ich habe und es ist Zeit für Bekenntnisse, das alles entscheidende "Wendy"-Heft vergessen. Ich rechne nicht mit Vergebung! Zeit den Nachbarn zu bitten, eine traurige Ballade für mich zu singen.
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