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Mein Rechner führt wahllos Programme aus und/oder beendet sie. Das schöne daran ist, dass er mich vorher immer darauf hinweist, dass jetzt nichts mehr geht und ob ich denn bereit bin die entsprechenden Programme zu beenden. Na klar du Arschgeige, was soll ich denn sonst tun.
Der Drucker schmiert.
Kind I hat Augenringe bis auf Kinnhöhe und Kind II hat in die U-Bahn gepinkelt und ist jetzt sauer mit mir ("Mama, ich bin jetzt überhaupt nicht mehr lieb mit dir. Ich finde deine Sachen ekelhaft ... Papas auch", schon klar, ich hasse mich auch).
Die Sparkasse macht verrückte Sachen mit meiner Kreditkarte (weniger Leistung, dafür teurer, aber einen Deppenversicherungsschutz habe ich und ohne geht nicht).
Ich gehe jetzt zum Elternabend. Wenn meine Babysitter kommt. Da ich sowieso auf Krawall gebürstet bin und die Tagesordnungspunkte so aussehen, als ob es heute Abend eine Menge Spass geben könnte, kann ich nur sagen, ich freu mich drauf.
durch alten Monitor. Herz-, Lungenmaschine arbeitet ruhig und zuverlässig.
Gut, dass ich nix wegwerfe und/oder zwanghafter Altlastenverkäufer bin.
Werde jetzt Erbonkel und/oder -tante ausfindig machen, gerne auch in weit entferntem befreundetem Ausland. Möglicherweise möchte man mir zu Lebzeiten schon etwas vermachen.
Ich würde es ja auch mit ehrlicher Arbeit versuchen.
Naja, muss ja nicht heute sein.
Im Moment tritt das ein, was ich seit langem befürchtet hatte. Sie sind praktisch live beim Sterben meines Notebooks dabei. Was ich schreibe ist fast nicht mehr zu erkennen, der Bildschrim ist fast schwarz und die Fehlermeldungen geben sich die Klinke in die Hand. Wann habe ich zum letzten mal Daten gesichert ... eigentlich egal, ohne Rechner kann ich mir die CD's in beliebige Körperöffnungen einführen.
Ich sollte vielleicht noch versuchen meine Emailkonten zusammenzulegen.
Ist aber praktisch ausgeschlossen.
Gute Nacht.
Gute Mütter haben neben unendlichere Sanftmut, Liebe, Geduld, Weisheit und Güte vor allem eins, immer ausreichend Papiertaschentücher.
Ich fuhr am Abend, kann aber auch mittags gewesen sein, wer weiß das schon, dunkel war's mit der U-Bahn rum. Mir gegenüber stand ein ein großer, kräftiger Mann. Die Haut im Gesicht schubbte sich weiß und rot in den kräftigen Armen hielt er ein großes Geschenk, das Paper funkelte golden und rot.
Er hatte eine Rotznase, die langsam die Oberlippe erreichte, um sich dann richtung Kinn weiterzubewegen.
Möglicherweise verbot ihm sein rigides Über-Ich ein geräuschvolles Hochziehen des Nasensekretes, aber nicht ein der Natur ihren Lauf zu lassen.
Kann man einem erwachsenen Menschen ein Taschentuch aufnötigen? Darf man überhaupt fragen, ob er eines möchte und wird er dann antworte.... ne, du hast mich genau so lieb wie die Sabine und dabei den massigen Oberkörper schaukeln.
Bleiben sie dran, wenn es wieder heißt, Frau Julie fährt mit öffentlichen Verkehrmittel und beobachtet Zivilisationsgeschädigte.
Julie hat sich bewegt. Isoliert. Was sonst aufgrund grosser motorischer Ungeschicklichkeit nicht meine Art ist. Den Kopf. Dabei ist mir ein Schmerz, ein grosser, einmal durch die Halswirbelsäule gefahren. Jetzt ist meine linke Schulter Beton. Super.
Das habe ich mich auch heute (wieder einmal) gefragt. Da laufen junge Menschen (von der Strasse geholt!? 1 € Job!?) in voller Kampfmontur mit schwerem Gepäck und rotem Kopf durch einen herbstlichen Park, während ich die ganze Zeit denken muss, schwer heute Julie, ganz, ganz schwer, heute läuft es ja gar nicht Julie, Lunge OK aber die Beine, gar nicht gut, ganz, ganz schwer aber denken sie mal in Ruhe, wenn immer wieder ein Nachwuchsarmist aus den Büschen bricht.
Notiz für mich:
Der befreundeten Verwandschaft bei Gelegenheit (Weihnachten!?) unbedingt schwerste körperliche Schmerzen zufügen.
Jetzt mal rasch die Kinderlein aus den Betten geholt und munter ums Inhalationsgerät geschart. Welch ein Singen, welch ein Loben wird in diesem Hause sein...
Wenn ich könnte, würde ich meiner Nacken und Schultermuskulatur beim sich Verknoten zusehen *bohrt einen Finger ins schmerzende Fleisch*.
So kann ich hier nur sitzen, Kopfschmerzen haben und darüber nachdenken, ob eine medimenmentöse Behandlung zum aktuellen Zeitpunkt angeraten erscheint oder ob ich noch ein wenig zuwarten... und warum arbeite ich nicht endlich konzentriert... und beantworte stattdessen Mails in ausländisch (genausogut könnte ich Kind II am offenen Hirn operieren, das Ergebnis ist ähnlich verheerend)... und manchmal ist es schon mehr als erstaunlich was sich innerhalb von zwei Jahren im Leben eines Menschen so alles ereignen kann... Sachen gibts.
Ich könnte jetzt auch kochen, oder ein heißes Bad nehmen (geht nicht, in der Zwischenzeit würden sich Kind I und Kind II im Wohnzimmer meucheln und wohin dann damit). Aber vielleicht bringe ich die beiden jetzt ins Bett. Ob man mir abnehmen täte, dass jetzt schon Schlafenszeit ist!? Warum nicht. Ich muss doch wissen, wann es soweit ist, wenn nicht ich, wer dann!? Werde das Aufräumen anleiten.
Vorher eine Hand voll Aspirin, wollen mal hoffen, dass ich nicht verblute. Naja.
Die Taschen sind gepackt und die halbe Küche auf praktische, bunte, Plastikboxen verteilt.
Die Familie verreist. Kind I sagt vor Freude so Sachen wie:"Ich küsse gerne die Füße von Papa" und Kind II hat lustige Pflaster für Girls über das rechte Auge geklebt, was zur Folge hat, dass das linke Auge (im Moment leider out of order und nicht in der Lage räumlich zu sehen), lustig durch die Höhle rollt. Wenn das Glück und gewogen bleibt, muss vor Ende des Jahres noch operiert werden. Aber das kommt alles später. Ich bin ganz entspannt im Hier und Jetzt! Ich bin ganz entspannt im Hier und Jetzt! Ich bin ganz entspannt im Hier und Jetzt!
Morgen wird erst einmal verreist und ob ich zurück komme, ist durchaus mehr als ungewiß, vielleicht wird die Nordsee mein kühles, nasses Grab. Im Moment stehen die Chancen dafür mehr als günstig. Wenn ich so darüber nachdenke, freue ich mich darauf. Ich werde meine neuen Laufschuhe anziehen, die Schmerzen in den Beinen ignorieren und langsam im Dunst verhangenen Watt verschwinden. Dann werden mich die Aufsteigenden Wasser holen. Ich werde müde sein und es geschehen lassen. Oder so. Leider werde ich das nicht mehr berichten können, aber vielleicht hält der Mann oder die befreundete Verwandschaft einen wohlwollenden Nachruf bereit.
Und wenn sie dereinst an der See sind, im Herbst, die kalten Nebel über den Deich ziehen, dann sehen sie mich vielleicht, mit kurzem, wirren Haar und grünschimmligen unruhig glimmenden Augen. Dann machen sie schnell und rennen sie. Besser ist es. Von so etwas kam noch nie was Gutes.
Das Wochenende hielt die eine oder andere Überraschung bereit, während mein gesundheitlicher Zustand auf absolut hohem Niveau stagniert.
Eigentlich war es nur eine Überraschung und die wurde, streng genommen, schon am späten Mittwoch Abend eingeläutet ,als der Mann die verhängnisvollen Worte sprach 'Kind II schielt'. Was hab ich gelacht. Das sollte mir sehr rasch vergehen. Das Kind schielt nämlich wie ein Wasserbüffel und Humor ist ja... aber was sage ich. Das linke Auge schmiegt sich, durchaus liebevoll, an die Nase an.
Samstag und Sonntag dann damit verbracht einen kompetenten Augenarzt auszubaldovern, den ich am frühen Montag mit dem Kind erstürmte und vier Stunden später mit einem halb blinden Kind (bei gutem Lichteinfall schimmerten die Augen des Kindes den ganzen Nachmittag über rot, sehr niedlich) wieder verlassen sollte. Knapp vier Dioptrien auf jedem Auge und Spötter aus der befreundeten Verwandschaft verstiegen sich zu so lustigen Sätzen wie 'Aha, dann hat sie mich ja noch nie gesehen, das erklärt, warum sie immer so nett zu mir ist' oder 'jetzt fehlen nur noch Hörgeräte und ein Hüftleiden'.
Der Mann hat sich in eine mittelschwere Hysterie versetzt und ich fürchte er wird in Kürze einen Blindenhund zur Eingewöhnung anschaffen.
Aber ich danke für den Hinweis, dass wir evtl., wollen ja nicht den Teufel an die Wand malen, Teenagerschwangerschaften auslassen, einfach wegen der Gerechtigkeit.
Die Hoffnung stirbt zuletzt, sag ich immer.
Und nein, ich leide nicht unter einem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom.
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