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heute nacht die orientierung verloren. war mir sicher, ganz wo anders zu sein. noch sicherer, etwas vergessen zu haben. außerdem hatte ich wunderschönes, langes, schwarzes haar. doch schon beim liebevollen bürsten der haare brach die erkenntnis brutalstmöglich in den traum, dass es nicht um meine haare handeln kann. zurück blieb das gefühl etwas vergessen zu haben und nicht da zu sein, wo ich sein müsste.
Es könnte ursächlich an der zwei Tage zurückliegenden exzessiven Inhalation von Glattleder-Imprägnierspray (mit begleitender Verätzung der Nasenschleimhaut) gelegen haben, fest steht, ich besuchte heute Nacht (mit Unterbrechungen) über Stunden ein Udo Jürgens Konzert. Tosender Applaus, Bravo Rufe, Standing Ovations bei der Vorstellung des Pepe Lienhard Orchesters. Ich konnte leider nicht mit tun, da zu mir wiederholt und mantraartig eine Stimme aus dem Off sprach:
Frau J.! Sie haben auch so einen Nein-Sager-Körper. Machen sie doch einmal eine Öffnungsgeste.
Mit der Augenpartie einer 85 jährigen ist nicht leicht Gesten machen.
Beim Hochschrecken um kurz vor fünf erkannt, dass die Schlaflosigkeit, mein treuer Freund und Begleiter, den ich gerade dieser Tage als ein wenig lästig aber nicht ermüdend empfinde, eine Gnade sein kann. Ich bemühte die Uhr um 23.00h, um kurz nach Mitternacht, gegen ein Uhr und so fort, von der Angst besessen, mein Wecker könnte nicht anspringen und beseelt von dem Gedanken, dass die Uhr falsch ginge und das unmöglich so wenig Zeit vergangen sein könne, wie die Uhr, respektive das Mobiltelefon mich glauben machen wollen. Gerne hätte ich die ganze Nacht mit der Stimme der Zeitansage verbracht. Der Wecker, auch ein Freund von mir, man stellt ja fest, wenn man Zeit und Muse hat zum Nachdenken, dass man viel mehr Freunde hat, als man annehmen möchte, auch wenn sich damit keine stimmungsvolle Party füllen lässt, je nun, er sprang mit beschwingten Melodien an und ich sehnte mich nach den Marinetauchern zurück, die mir in den vergangenen Träumen häufiger erschienen waren. Denn irgendwann zwischen vier und fünf träumte mir dies: Ich kämmte das lange, güldene Haar von Kind I (in der Badewanne, die vorauseilende Läusephobie meinerseits nimmt leicht paranoide Züge an und die Liste der Anweisungen für den Mitbewohner, wie Vorsorge zu treffen und das Haar zum Schutze zu verschnüren sei war, am gestrigen Abend, lange und fundiert). Auf dem Boden der Wanne fand sich ein sehr dickes Haarbüschel und ich hielt Kind I einen Vortrag darüber, dass sie, wenn es so weiter ginge, bald keine Haare mehr hätte, was man Kindern eben erzählt um ihnen ein behagliches Gefühl zu vermitteln. Sie können das, werden sie fragen. Selbstredend möchte ich ihnen zu rufen. Wenn nicht ich, wer dann. Ich habe das ganze studiert und möchte mir auch ein gewisses Naturtalent in Sachen „Fingerspitzengefühl“ selbst bescheinigen, sonst macht es ja keiner. Sei es darum, im weiteren Verlauf wurde die Kopfhaut des Kindes einer ausgiebigen Kontrolle unterzogen und an der Stelle, wo die Badewannensträhne dem Haupte entrissen worden war, klaffte ein tiefer, nässender Riss, der bei genauerer Begutachtung immer größer, tiefer und wundflüssigkeitsvoller wurde. Ein glasklarer Wundsee. Interessanterweise konnte man von dem Riss ausgehend nicht etwa die Schädeldecke betrachten, groß genug war er mittlerweile, wobei es mir immer wieder gelang ihn, Kraft meiner Gedanken, ein wenig zu verkleinern, sondern man blickte direkt auf das freiliegende Gehirn, das insgesamt ein wenig schwarz und angekokelt wirkte, aber wer bin ich, dass ich weiß, wie ein Gehirn aussieht. Wie jede Nacht ist es mir gelungen 15% Körperflüssigkeit an mein Nachtgewand abzugeben. Keine Überraschungen also. Sonnenaufgang rechts, Autostadt links, viel mehr kann man vom Leben nicht verlangen.
wiederholt von einem ausbildungslager für marinetaucher geträumt.
Menschen, insbesondere kleine, die ununterbrochen Geräusche von sich geben. Immer. Es hört nie auf (nachts wird dank massiven Polypenbefalls laut geschnarcht). Summen, unkoordinierte Laute, Liedgut in gebrochenem Schwedisch, dazu das Trampeln kleiner Füße. Ab 6.00h. Spätestens. Manche Menschen benötigen keine bösen Filme und oder Gewalt verherrlichende Computerspiele, um sich 24 Stunden am Rande eines Amoklaufes zu bewegen. Aggressionsaufbau ist subtiler möglich und konservierbar. Irgendwann ist hoher Gesang nicht mehr niedlich. Reigen und Fingerspiele können in einen tranceähnlichen Zustand versetzen, Besessenheit genannt. Wenn sie noch ein einziges Mal dieses Fingerspiel macht, werde ich ihr jeden Finger, den sie dafür benötigt, einzeln entfernen. Fingernagel herausziehen, brechen, abschneiden. In genau dieser Reihenfolge. Mit der Amputation von allem anderen, würde man fortfahren. Selbstverständlich ist das aber alles nur hören-sagen.
Ein verwirrtes Kind an der verschlossenen Wohnungstüre aufgegriffen. In Tränen aufgelöst an der Klinke rüttelnd. Dem Kind ein bisschen Beruhigung eingeflüstert und in Decken gewickelt auf dem Schoß gewiegt. Dann endlich weiterschlafen.
In den frühen Morgenstunden ereilte mich ein Traum, insgesamt einer aus der Reihe, die gerne mal wieder kommen (thematisch), allerdings mit wechselnder Besetzung. Dazu gehören auch Träume in denen ich die Treppe bei meinen Eltern hinterstütze und/oder übers Geländer falle und/oder auf Strümpfen auf den (Holz-)Stufen ausrutsche (*Blick verschleiert sich, Erzählerin lehnt sich zurück, versucht sich an Vergangenes zu erinnern und würde die Hände falten, wenn die Arme nicht zu kurz wären...* was sind wir da seinerzeit, als wir noch jung und auch irgendwie schön waren, nun die befreundete Verwandtschaft ist beides immer noch oder immer mehr, aber bei einem selbst muss man nun doch das Welken und seine Folgen zur Kenntnis nehmen, was sind wir da in den frühen Morgenstunden, schlaftrunken und mit Tod und Teufel bepackt unbekümmert hinuntergestürzt, gerne Instrumente weit von sich streckend, um wenigstens diese zu schützen, weil alt und teuer und nicht zu ersetzen) und weiß, dass ich fallen werde und versuche es aufzuhalten, letztlich schlage ich aber meinen Kopf auf Solnhofer Plattenkalkfliesen zu Mus. *Seufzt schwer, ob der heraufziehenden Erinnerungen* alles schon da gewesen, nicht am eigenen Leibe aber an Teilen der befreundeten Verwandtschaft möchte sagen schweres gesamtinnerbefreundetenverwandschafts Trauma. Wo war ich, mhm, gerne werde ich des Nachts auch von großen, haarigen Insekten verfolgt hab ich das schon mal erzählt, ich kann mir ja nix mehr merken, inneres und äußeres Welken *zieht sich die Oberschenkel bis zu den Ohren hoch*, wenn ich den Kopf schüttele, kann ich aus dem Inneren leise flappflapp Geräusche vernehmen *schüttelt den Kopf und hört es flappen*, wie wenn man rohe Fleischlappen aneinander schlägt, kriegt man im Hirn auch Cellulite oder fault das einfach weg, graue Substanz wird zu einfacher aber glibberiger Napfsülze die sich als Ohrenschmalz abgesetzt, übrigens, wichtige Information, am Rande: „Ohrenschmalz schmeckt sehr bitter. Dieser bittere Geschmack soll kleine Insekten und auch Bakterien davon abhalten, sich im Ohr festzusetzen“), wegen der großen, haarigen Tiere müssen nächtens auch Füße und Beine immer bedeckt sein, weiß ich, was da unter meinem Bett zwischen Staub und Kleidersäcken nur darauf wartet, dass ich mich in Sicherheit wiege und eingeschlafen bin, nicht mit mir meine lieben Freunde, nicht mit mir, je nun, es ging also in besagtem Traum um ein Jagen und Verfolgen Geschichten und sind wir nicht immer Jäger und Gejagter zugleich, nein möchte ich sagen, ich bin nämlich auf der Flucht und zwar in öffentlichen Verkehrsmitteln und vergangene Nacht in einem Bus. Da fällt mir ein, der Mann könnte da auch irgendwie seine Finger mit im Spiel gehabt haben (warum kann heute nicht geklärt werden, evtl. hatte er da was missverstanden und denkt, da wäre doch noch was zu holen, ich sollte beizeiten einmal über Geld bzw. kein Geld mit ihm sprechen), jedenfalls der Frisur nach könnte es der Mann gewesen, vielleicht auch ein Rachefeldzug ob des Haarschnittes den ich ihm ... gezaubert habe. Ich also auf der Flucht in einem Bus und natürlich versuche ich bei voller Fahrt die Türen zu öffnen (geht) und ich weiß instinktiv, dass es eine blöde Idee ist, hinaus zuspringen, mache es aber trotzdem (selbstverständlich habe nur Strümpfe, keine Schuhe an... gerne Träume ich übrigens auch, ich müsste das Abitur noch einmal machen, in irgendwelchen dunklen Konferenzen ist, da der Jahresdurchschnitt zu schlecht war beschlossen worden, dass die gesamte Klasse wiederholen muss, ich weiß, dass ich anfangen sollte zu lernen, weil ist ja alles weg, oder war nie da, kann mich nicht erinnern, aus Gründen totaler Arbeitsverweigerung oder wegen schlimmer Blockaden kann ich mich aber nicht entscheiden, mit welchem Fach ich am besten anfangen solte, daher versuche ich mich krampfhaft an alles zu erinnern, insbesondere an die Französischprüfung, zurück bleibt die nackte Angst und der verzweifelte Versuch, logisch zu erklären, warum ich auf keinen Fall die Prüfung wiederholen kann), aber ich war beim mutigen Sprung aus einem fahrenden Bus, ich springe also. Jetzt kommt die Wende, ich erwache im Krankenhaus und ein Polizist/Psychologe/Sozialarbeiter/Seelsorger eröffnet mir, dass meine gesamte Familie bei einem ziemlich blöden Unfall ums Leben gekommen ist, meine Aufgabe wäre es nun ihm in die Pathologie zu folgen und alle zu identifizieren. Wenn ich Glück habe wache ich dann auf, oder versuche mir wenigstens einzureden, dass das jetzt ein ganz blöder Traum ist.
Ähhhh, hier läuft gerade etwas an meinem Kopf vorbei die Wand hoch und es läuft sehr schnell...