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Samstag, 23. Dezember 2006

Schwarzsauer

"Hol dir einen Apfel heraus." Und als sich der kleine Junge hinein bückt - da rät ihr der Böse. - Bratsch! schlug sie den Deckel zu, daß der Kopf des kleinen Jungen abflog und unter die roten Äpfel fiel. Da überfiel es sie, und sie dachte in großer Angst: Wie kann ich das wohl von mir abbringen! Da ging sie hinunter in die Stube und holte aus der untersten Schublade der Kommode ein weißes Tuch; nun setzte sie den Kopf auf den Leib und band das Halstuch so um, daß man nichts sehen konnte, dann setzte sie ihn vor die Türe auf einen Stuhl und gab ihm den Apfel in die Hand.
Bald darauf kam Marlenchen zu ihrer Mutter in die Küche; die stand beim Feuer und rührte immer in einem Topfe. "Mutter", sagte Marlenchen, "Bruder sitzt vor der Tür und sieht ganz weiß aus; er hat einen Apfel in der Hand; ich habe ihn gebeten, er soll mir den Apfel geben, aber er antwortet nicht und da wurde mir ganz graulich." "Geh noch einmal hin", sagte die Mutter, "und wenn er wieder nicht antworten will, so gib ihm eins hinter die Ohren." Da ging Marlenchen hin und sagte: "Bruder, gib mir den Apfel." Aber er schwieg still, da gab sie ihm eins an die Ohren, und da fiel der Kopf herunter; darüber nun erschrak sie sich und fing an gar sehr zu weinen; sie lief zur Mutter und sagte: "Ach Mutter, ich hab meinen Bruder den Kopf abgeschlagen", und weinte und weinte und wollte sich nicht zufrieden geben. "Marlenchen", sagte die Mutter, "was hast du getan! Aber sei nur still, daß es kein Mensch merkt, das ist nun doch einmal nicht zu ändern; wir wollen ihn in Essig kochen." Da nahm die Mutter den kleinen Jungen, hackte ihn in Stücken, tat sie in einen Topf und kochte ihn im Essig.

# | FrauJulie am 23.12.2006 | 2 Comments (1489)  | 0 TB | märchen

Sonntag, 10. Dezember 2006

Sonntag, 19. November 2006

Donnerstag, 31. August 2006

Donnerstag, 08. Juni 2006

Freitag, 02. Juni 2006

Funktionsoptimierung des Mannes, in Zeiten moderner Apparatemedizin

Vorgestern oder so, man weiß es schon gar nicht mehr...

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# | FrauJulie am 02.06.2006 | 3 Comments (1935)  | 0 TB | märchen

Samstag, 27. Mai 2006

Donnerstag, 11. Mai 2006

Liebe Brüder, Schwestern, wie gehabt auch Kindeskinder und sonstige,

die sie (leider) nicht erleben konnten, wie ich gestern bis an die Grenzen des Schwachsinns und auch sehr gerne ein wenig darüber hinaus nervös war, hier unten irgendwo mein kleiner Text.

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# | FrauJulie am 11.05.2006 | 3 Comments (1622)  | 0 TB | märchen

Donnerstag, 20. April 2006

Prachtvoll

Es gibt ja glückliche Umstände. Zum Beispiel den, dass ich mir heute Mittag die letzte Folge von Maischberger aufgezeichnet habe. Und nun, vom fröhlichen Piepen vermutlich vergrippter Vögel begleitet, ansehen durfte.
Aufgrund starker geistiger Inkontinenz wusste ich nie wie das so ist, mit Familie und so. Da wurschtelt man Tag für Tag laienhaft vor sich hin, ohne Plan, wo sollte der auch herkommen. Habe sehr viel für mich mitgenommen und werde wohl noch einige Tage brauchen, bis ich alles in meinem Herzen verwahren kann. Frauen, die Kinder haben, haben keine Zeit für Schmerz und Kummer, weil sie sich, um das Wohl und Wehe der Kinder kümmern müssen. Richtig. Und eines schönen Tages wird sich das bezahlt machen. Dann wird nämlich abgerechnet. Weil dann die Kinder sich um ihre lieben Eltern (also ganz speziell um mich), die sich für sie aufgeopfert haben und weder Mühsal noch Entbehrungen gescheut haben werden, kümmern. Also Rollstuhl, Zähne raus und rein, Körperpflege, alle drei Stunden neu lagern, und wenn sie Glück haben werde ich nur leise vor mich hinröcheln und dann und wann ein wenig sabbern. Die Verbindung von Mann und Frau ist ja per se etwas ungemein Prachtvolles. Man heiratet, gründet eine Familie, bekommt Kinder, alles ganz selbstverständlich. Und die Kinder haben sich in der Familie in die sie hineingeboren werden auch geborgen zu fühlen. Was auch sonst. Die Frage wie viele kindliche Verformungen in dieser Sekunde im Namen der Erziehung auf der Welt stattfinden, verbietet sich im Grunde von selbst.
Könnte mal kurz jemand den Schaum vor meinem Mund entfernen? Danke. Mein Pfleger meint gerade, es wäre jetzt Zeit für meine Medikamente, außerdem wird er wohl intubieren und mich bis auf weiteres in ein künstliches Koma versetzen.

# | FrauJulie am 20.04.2006 | 2 Comments (1716)  | 0 TB | märchen

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