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Als ich mir gerade versonnen durch den Damenbart strich und einige Reste des festgekrusteten Mittagessens herausgekratzt hatte, war mir klar, dass es so nicht weitergehen kann.
gerade heute ist es zeit für einen ausgeprägten seltektiven oder eletiven mutismus gegenüber bestimmten menschen. gehemmtheit, kommunikativer und sozialer rückzug und eigenbrödlerisches verhalten brechen sich einem sprudelnden wildbache gleich oder auch wie kochende lava bahn. flüsse aus gold sollten nicht unerwähnt bleiben. ließe man sich auf die befreiung von pflichten als sozialem krankheitsgewinn ein, man könnte verrückt werden vor freude und gleisender herrlichkeit. wenn sie mich sehen könnten wie ich hier liegend innerlich lateinamerikanisch tanze, mehr motorische unruhe war selten. kommunikation fände jederzeit, tag und nacht, nur noch mit der befreundeten verwandtschaft statt. sie weiß es noch nicht, aber wenn sie es wüßte, sie freute sich. durch telefonleitungen fände eine gleichsam nabelschnurartige verbindung statt.
ein wenig schlaf könnte helfen.
Grundsätzlich sollte man von nichts ausgehen und immer das schlimmste annehmen, eine absolut und ausschließlich positive Haltung auf und gegenüber fast allem, die mir schon viele Male treue Dienste geleistet hat. Abweichungen davon, die in Grenzbereiche des laissez-faire vorstoßen, machen sich selten bis nie bezahlt. Heute zum Beispiel verließ ich mit mäßig wehendem und falsch gelegtem Haar das Haus Richtung Schule um für porentiefe Reinheit zu sorgen. Ich trug eine optisch fragwürdige, flauschige Kombination in rot grün und dachte bei mir: Es ist Sonntag, die Menschen haben ein Heim und sind auch gerne dort, es wird dich niemand sehen, außer die Kreaturen in Bus und Bahn, aber die sehen sonntags selten gut aus. Die Annahme zeugt von Naivität und fahrlässiger Dummheit. Die Schule war dicht bevölkert mit adretten Menschen in dezenter Oberbekleidung. Nun darf das Reinigungspersonal sich sicher von denjenigen unterscheiden, die zu Themen wie Nachhaltigkeit, Weltfrieden und Initiative für Zukunft und fast alles tagen, aber muss man derart unangenehm auffallen. Außerdem muss man sich der Frage stellen, ob das Tragen und vor allem Benutzen von Musikabspielgeräten in lasierten Räumen vor Dritten schicklich ist, oder nicht.
Aber blenden wir die Welt um uns herum aus, um selbstvergessen die Reinigung des WC-Bereiches bewältigen zu können und an dieser Stelle, liebe Überzeugungstäter und Anwender von biologisch abbaubaren Reinigungsmitteln: in Bereichen, die weitestgehend als öffentlich zu bezeichnend sind, sollten Hilfsmittel, mit denen sich theoretisch auch gefahrlos die gesamte Körperpflege durchführen ließe, inkl. innerer Anwendung, nur sparsam und an unbedenklichen Stellen Verwendung finden. Aber ich bin nur eine Stimme von vielen und lege gerne meine Hände für die kommenden Stunden in Desinfektionsmittel ein.
Das man oft und gerne über gerade von mir gewischte Areale lustwandelte, führte zu einer unzureichenden Kanalisierung lose dahinwabernder Energien ganz tief in mir.
Diese, an Selbstliebe reiche Zeit darauf verwendet, in einem unbewussten Akt der Selbstverstümmelung, mit einer Kinderbastelschere, die dafür gar nicht geeignet sein sollte, den Handballen großflächig aufzuschneiden. Eine kleine Weile dem Blut beim fließen zu gesehen und dabei verlangsamt gedacht: "Ja!" und mich gefragt, wie beschissen (im Kuschelmodus mit mir selbst würde ich an dieser Stelle von manueller Ungeschicklichkeit sprechen wollen und maximal ein "blöde" gelten lassen) man eigentlich sein kann. Leider erhielt ich auch bei mehrmaliger Nachfrage keine Antwort.
es sollte möglich sein, sich vom hals abwärts mit abc-pflaster vollzukleben.
n. ist da. n. hat gebacken. veganen bienenstich mit sonnenblumenöl. ich habe beherzt gegessen. nun ist mir, als ob ich einen halben liter fritieröl zu mir genommen hätte.
mir fiel gerade ein, dass ich im laufe des tages auch noch zur post muss. nicht zu irgendeiner, das wäre ja leicht, sondern in die filiale der beusselstrasse, weil der paketbote gestern zu schwach war, zu klingeln. das verstehe ich. das verstehe ich immer wieder. das kommt daher, weil wir ganz oben wohnen und die klingel auch ganz weit oben ist. ich denke der paketbote ist sehr klein. kleiner als kind II. er kommt nicht bis ganz nach oben mit seinen kleinen paketbotenhänden. muss ein sehr demütigender beruf sein, wenn man so winzig ist und nicht an die klingelknöpfe kommt. bei christiane f. hatten die kinder ja kochlöffel, um an die oberen knöpfe des fahrstuhls heranzukommen und wozu das geführt hat, wissen wir.
Rätsel Mensch und Tierfreund. Die Entsorgung menschlicher Ausscheidungen muss, in bestimmten Lebensphasen, durch Hilfskräfte vorgenommen werden, was zahlreiche Erdenbürger sehr ekelhaft finden. Mit relativer Bestimmtheit lässt sich allerdings festhalten, wir haben alle einmal klein angefangen. Das aber eben jene, täglich das Katzenklo ihrer kleinen, haarenden und in alle Ecken des Raumes spontan erbrechenden Freunde nach Exkrementen jeglicher Konsistenz durchsieben, ein Mysterium das, nicht nur zu Verätzungen der Lunge durch Katzenstreustaub führen wird.
Einstweilen trete ich kurzfristig in ein Stadium der Selbstauflösung ein (aktuell mehr innen als außen). Gegenüber landen Krähen auf einem Dach. Liest man im Kot oder den Gedärmen von Vögeln? Der Katzenkacke war jedenfalls nichts, von aktueller Relevanz zu entnehmen.
In welcher Phase der Gerontogenese benötigt der Mensch zwingend ein Stammlokal und kann er sich zur Not mit einem Vereinsheim behelfen?
Spontaner verbaler Erstkommunikationsversuch mit einer unbekannten, weiblichen Person, zur Herbeiführung körperlicher Annäherung, an dem langfristig noch gearbeitet werden kann:
"Ich hasse dieses Hemd. Kann mir mal bitte jemand dieses Hemd ausziehen."
Es fehlt die persönliche Note. Ein "Du", respektvoll, aber persönlich, wäre schön gewesen.
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