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Bewachung.
Von meiner Gastgeberin persönlich für mich abgestellt.
Danke.
Bald ist es wieder Montag und am Montag wird, so geht die Mär, einer neuer Kindergartenvorstand gewählt. Alle Unterlagen stehen schon verpackt neben mir, alle Tabellen und Statistiken liegen frisch gebrannt zur Abholung bereit.
Damit mir nicht langweilig werde, hat man mir, unter der Hand eine neue Tätigkeit angeboten. Wo anders. Was ganz großes. Unentgeltlich zwar, aber sicherlich mit viel Weltrettungs- und auch sonstigem Potential.
Es rasch Teilen der befreundeten Verwandtschaft erzählt, die hört's und sprach, wenn du ja sagst, ruf mich nie wieder an. Mit schwerem Herzen zu meiner Therapeutin geschleppt, die sich grundsätzlich etwas diplomatischer ausdrückte letztlich aber auch zum nein geraten (sagen sie einfach nein, nichts anderes, rechtfertigen sie sich nicht, die kochen sie sonst weich), aus Angst wie ich meine, dass ich Monate heulend auf ihrem Sessel zusammengekauert zuzubringen und dabei ihre Taschentücher verbrauche werde.
Ich also sofort ins nein-sagen Training eingestiegen.
Es lief soweit ganz gut und glücklicherweise ergab sich rasch ein Übungsfeld unter realen Bedingungen, der Ernstfall gewissermaßen (es ist nicht gut und dabei auch langweilig, nein sagend durch die Strassen Moabits zu irren, wobei ich unter meinen psychosozialen Freunde einige neue Freunde gefunden habe, weil ich hier, im Vorbeigehen, immer besonders laut gebrüllt habe, der eine oder andere fühlte sich animiert zurück zu schreien, gerne auch mit kleinen Anspielungen auf mein Geschlecht verbunden).
Egal, die Mutter hat bei ihrem kurzen Besuch festgestellt, dass im Hause G. Mangel herrscht. Nicht nur an Intelligenz sondern und das vor allem ein Mangel an schönen Töpfen (ich habe alles von der verstorbenen Verwandtschaft mitgenommen, was nicht niet und nagelfest war, schöne, alte, emaillierte Töpfe, ja, vielleicht hier und das ein wenig vermackt und abgeplatzt, aber sonst tadellos).
Nun kam man auf die gloriose Idee, diesen Mangel beheben zu wollen. Das Kind muss zu Weihnachten ein Topfset haben. Mich beschlich ein gewisses Unbehagen, ich war aber nicht sofort willens, das ganze ernst zu nehmen und führte eine Reihe (im vergleich zu Töpfen) bescheidenere Wünsche an, auch der märtyrerhafte Einwurf, was man davon den Mädchen alles schönes ... verhallte ungehört.
Die Mutter erwiderte etwas, das so klang wie, man könne sich eben nicht immer alles aussuchen, des weiteren, dass ja gerade ich nicht wissen könne, was im Haushalt benötigt wird (der Mann vermutet eine perfide Disziplinierungsmaßnahme in den Töpfen, da wir die Ankunft unseres Herrn Jesus fern der Heimat verbringen werden, um einen allergischen Schock bei Kind II zu umgehen, sicher, ein schwaches Argument, auch dass der Mann vor und nach Weihnachten arbeiten muss und das Auto kurz vor seinem verdienten Ende steht und überhaupt eine weitere Reparatur uns noch dieses Jahr, das finanzielle Genick... alles nichts im Vergleich zu ein paar Töpfen).
Ich sagte also Nein, bitte nicht, bitte auf gar keinen Fall, ganz, ganz lieb, echt, nein, nein, nein. Zur subtilen Unterstützung meines Unbehagens erzählte ich die Geschichte von meinem einzigen neuen Topf (auch ein Geschenk), dessen Deckel bei einem ersten Kontakt mit dem gefliesten Küchenboden verreckte und der qualitativ insgesamt so schwach auf der Brust ist, dass alles anbrennt, außer Nudelwasser. Je nun, vermutlich war das ein weiterer Ansporn es dieses mal besser zu machen (auch die Geschichte, als die befreundete Verwandtschaft und ich jeweils eine digitale Personenwaage zu Weihnachten bekamen und ein klitzekleiner Eklat folgte, wobei ich schwieg wie ein dunkles, sehr finsteres, eiskaltes Grab half nicht).
Ein paar Tage später ein kurzes Telefongespräch mit der Tante, in dem nur rasch klargestellt wurde, Weihnachten wäre für mich ja eh schon alles klar, die Töpfe so gut wie gekauft.
Ich gestehe, ich habe ein wenig mit den Zähnen geknirscht und die Fußnägel tief in die Fellhausschuhe gegraben, insgesamt aber Haltung bewahrt.
Mein Nein war deutlich, ich bin mir sicher (auch wenn sich daran keiner erinnern mag und ich werte dies als ernsten Auftrag, beim nächsten Mal ausfallend zu werden). Ich versuchte es mit Nützlichem. Wies auf den Mangel hin der hier herrscht, wirklich herrscht, eine Bohrmaschine wäre doch was feines oder scharfe Messer, da würden wir juchzen unterm Baum und hätten auch gleich was zum Spielen...
Kurz darauf ein weitere Anruf, ich solle doch dieser Tage bitte die bestellten Töpfe annehmen.
Sagen wir so, Teile der befreundeten Verwandtschaft bekamen erstens Angst, ich muss die ganze Zeit (Stimmlos) Gerechtigkeit und Töpfe für alle gezischt haben und formulierten binnen 30 Minuten sehr klare Weihnachtswünsche, und fassten dann die Gelegenheit beim Schopfe und wollen mir eine formschöne Kittelschürze zukommen lassen (können auch mehrere werden, wir haben dieser Tage Vakanzen in der Familie). Andere Teile der befreundeten Verwandtschaft raten dazu, alles zurück zu schicken. Ich hingegen plane dieses Jahr Töpfe zu verschenken. Töpfe für alle. Tausche Topf gegen... *Oberkörper wiegt sich seit 17 Stunden vor und zurück, vor und zurück, vor und zurück*.
Ich freue mich schon sehr auf die Handtücher und ganz besonders auf die farblich abgestimmten passenden Waschlappen, die dieser Tage kommen werden.
Ich bin noch nicht reif dafür, aber bereit.
Ich grüße an dieser Stelle alle mitlesenden Verwandten und solche die es noch werden wollen, wünsche Frieden auf Erden und ewige Liebe und Dankbarkeit und vielleicht lerne ich in ferner Zukunft auch noch kochen, lecker essen, schön kochen, in schönen Töpfen, ach das wäre so schön, spricht’s, greift nach einer Spraydose und lackiert den Adventskranz gülden.
Der Tag ein kunterbuntes Potpourie der guten Laune.
Bei 32° die Jubilarin, Kind II und ich im Zoologischen Garten.
5,5 Stunden, drei Liter Wasser.
Immer wieder verstörend (ich erwähne das nur für die befreundete Verwandschaft) Menschenaffen, wahlweise in Freigehegen oder in gefliester Isohaft.