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wenn jahre enden und das tun sie, relativ betrachtet in der summe doch recht häufig, stellt sich die frage was man da so machen glücklicherweise in einigen fällen nicht. ich verbrachte also den abend schleimproduzierend und unproduktiv hustend im bett, sah den einen oder anderen film und nahm einige liter wasser zu mir.
den tag danach durfte gearbeitet werden, was ein gutes ist. während dessen wusch sich die wäsche und der zentrierte kopfschmerz nah interessante formen an.
die freie zeit kann nun zum nachdenken über dies und das genutzt werden.
wie so oft uns allen glück und segen und von allem reichlich.
es werden die vermeindlich kleinen dinge sein, die uns umbringen. genau dann, wenn wir nicht damit rechnen. gerade von des tages mühen in mein bescheidenes, aber trockenes zimmer gekommen. laufen gewesen, staub gesaugt, bett frisch gemacht. gedacht: jetzt aber mal. nix jetzt aber mal. kein internet. gut, dass ich nur nachts zu panik neige und nicht, wenn es ernst wird (gelogen, verfüge aber über ein ausgefeiltes und jahrelang erprobtes system von vermeidungsstrategien). erst mal schaun, was der router so macht. wo genau finde ich den hier in der wohnung!? router sah sehr finster aus. kein knopf das zu ändern. aber wer bin ich, dass mir nicht auch noch einfällt in fremden zimmern nach steckerleisten zu suchen und diese wieder anzumachen. in finsteren ecken gewesen, wo schon sehr lange keiner mehr war.
vermisse den singenden nachbarn. jetzt wäre genau der richtige zeitpunkt für eine hymne mit akustikgitarrenbegleitung.
endlich mit kind I und kind II gesprochen. kind II berichtet vom besuch beim allergologen, von der menge der flüssigkeit die man in ihren linken oberarm injiziert hat, die haltung die der arm dabei hatte, wie lange sie im anschluss daran nicht trinken durfte, was naja es ging so war, wie dünn genau die nadel gewesen sei, die man nach einer gründlichen desinfektion der haut mit alkohol oder so verwendet hat, ist schwankend, ob es klug sein könne, in einer woche den rechten arm hinzuhalten, am dienstag genau, weiß nicht, ob man innerhalb der ersten vier wochen zu beginn einer hyposensibilisierung eine ganze spritze voll mit zeug in ihren arm pumpen wird, macht frage spielchen, na du weißt schon warum der arzt das macht, lässt sich aber nicht mit einem einfachen ja abfertigen, ausserdem testet sie meine kenntnisse im bereich der infektionsprophylaxe bei aufgekrazten nadeleintrittslöchern auf oberarmen. ausserdem kann sie sehr genau begründen warum sie kein junge werden möchte. nachdem wir uns einig sind, dass sie ganz schön glück gehabt hat, dass dieser kelch an ihr vorüber gezogen ist und dass sie bis auf weiteres auch nicht befürchten muss spontan geschlechtsumgewandelt zu werden, übergibt sie mit einem, wenn es sein muss an kind I. kind I hat wenig zeit, weil ein pferdebuch wartet. wir klären nur die details insbesondere die genaue zeitliche übergabe der pferde-hefte, ohne die ich nicht nach berlin fahren muss. ausserdem lobt kind I kenntnisreich die arbeit des letzten jahres.
dann müssen wir uns trennen. kurz nur. morgen heim.
moabit könnte über stunden in schutt und asche gesprengt worden sein. draußen jaulen tiere. vielleicht erlaubt man sich scherze und bindet ihnen knallkörper an die ohren.
seit dem frühen abend mit einer freundin, sie dort ich hier, zeitgleich alle sechs folgen "szenen einer ehe" gesehen. man könnte ein jahr wenig besser beenden und ein neues beginnen. wenn die eine hinterher war, wartete die andere.
kind II erfragte vor dem schlafen, ob man es sehen könne, das neue jahr. selbst nachsehen konnte sie nicht, da ihr von lärm und aufstehen um mitternacht umgehend übel wurde. sie zog es vor mit mütze und handschuhen einige minuten bibbernd und schweigend (aber physiologisch unproduktiv) auf der toilette zu verbringen.
mir persönlich ist es auch noch nicht begegnet das neue jahr, aber anderen vielleicht.
wunscherfüllung, warme leibwäsche und nur das beste für fast alle ab jetzt für lange zeit!
Wenn denn schon keine Bilanz des Alten, vielleicht könnte gerade hier ein Stall voll mit Vorsätzen helfen, mit guten Vorsätzen, um deren Erfüllung man das Universum bittet, was zu einer autosuggestiven Selbstaufladung nie gekannten Ausmaßes und damit Erledigung der Wünsche von eigener leichter Hand führen wird. Ich hoffe, sie folgen mir noch. Obwohl einige Stunden darauf herum gedacht wurde und dafür das Spielen mit neuen technischen Geräten, die sehr dringend bespielt werden müssten (insbesondere sollten die hunderte von Seiten langen Bedienungsanleitungen gelernt und abgefragt werden), kam bisher nur ein Vorsatz dabei heraus. Die Friseurin gerade war übrigens und ich sage das, weil man ja so viel von mangelnder Nächstenliebe hört, sie war also sehr um meine Gesundheit besorgt, als ich sie bat, meine Haare zu schneiden. Ich könnte ab Januar Stalker werden. Ich halte mich und ich möchte sie nicht langweilen, hervorragend dafür geeignet und weiß auch nicht, wie ich darauf komme, aber muss man immer alles wissen und ist es nicht der Gedanke, der unfertige, der zählt. Möglich wäre auch die Entwicklung eines Liebeswahnes, was immerhin, da ICD10 klassifiziert, von der Kasse bezahlt werden würde. Aber kein Schindluder treiben, man weiß nie, wo man endet. Außerdem werde ich mich um Lebensfreude und Optimismus bemühen, ab Mitte des kommenden Jahres, was sicher äußerst ambitioniert ist, aber warum nicht nach den Sternen greifen.
Mit Kind I und Kind II Gottesdienste der konfessionellen Konkurrenz besucht, trotzdem kaum Fehler gemacht. Man ließ uns nicht knien, was ein wenig enttäuschend war.
Dann, zur vorgerückter Stunde, leichtsinnig, in rascher Abfolge, zwei Schokoladenweihnachtsmänner von eben jenen Kindern zerstört und auch gegessen. In Erwägung gezogen, Teile der befreundeten Verwandtschaft dafür verantwortlich zu machen und Kind I und Kind II die Telefonnummer zuzuspielen. Nun habe ich aber beschlossen, es gerade heute (wie ein, hätte fast Mann gesagt) zu tragen, ohne mich geschlechtsspezifisch festlegen zu wollen. Es wird sehr, sehr gut werden, morgen in der Frühe. Sollten sie Interesse an neuen Büchern und DVD’s haben, melden sie sich heute noch bei mir, morgen schon könnte mein Blut daran kleben, oder Haare, oder beides. Zeit also, leise "Servus" zu sagen, bevor mir neben Haaren und Blut auch Zähne und Zunge dazu fehlen. Kinder kommen durch die vielen schrecklichen Märchen, heutzutage ja auf die grässlichsten Idden.
Der Mitbewohner versucht nun, eben jene Teile der befreundeten Verwandtschaft, ins nahe gelegene Stadtrandgebiet zu transportieren. Das Auto, mit dem er das zu tun gedenkt, gibt erbärmlichste Geräusche von sich.
Ansonsten natürlich Frieden, Liebe, Licht und Wunscherfüllung heute und fast immer, von ganzem Herzen für nahezu jeden von uns.
Sätze von Kind II beinhalten mindestens einmal das Wort „beschissen“.
Der Himmel reißt auf, kleine, dicke Engel positionieren sich, Fanfarenklänge und himmlische Halleluja-Halleluja-Halleluja-Halleluja-Halleluja-Chöre und Hurra-Rufe, Kind II winkt jovial, der Himmel schließt sich. Kind II löscht die Geburtstagskerzen und telefoniert von Stund an ohne Unterbrechung mit Freunden und Verehrern.
Von Kindern lernen, heißt Demut lernen, je nun, ein Satz wie eine Tube Zahnpasta, im Grunde geht es darum, Kind II Recht zu geben. Am Beispiel des gestrigen Tages ließe sich, durch Schlafmangel begünstigt, klar nachzeichnen, wie beschissen Tage sein können. Die Frage wer, wem, wie viel ins Gehirn geschissen hat könnte analog daran erörtert werden. Ihre Tage sollen friedlich und von Stumpenkerzen erleuchtet sein, deshalb keine Details, ich werbe an dieser Stelle um das Vertrauen meiner an Urvertrauen reichen Leserschaft.
Kind I träumte unterdessen folgenden Traum. Sie war 17 oder 19 und sie saß neben einem jungen Mann auf einer Bank. Im Traum fragte sie ihn (Zitat) schmeichelnd, ob ihr mit ihr Kaffee trinken wollen würde, was von ihm freundlich bejaht wurde. Am Ende des Traumes gab es ein Happy End und alle lebten glücklich und zufrieden.
Orte in denen vielleicht Hunde, die keiner mochte, begraben liegen und Menschen nach trunkenem Sturz vor U-Bahntreppen verweilen.
Frisches Blut auf Granitboden ist überraschend hell.
Nemesis und persönliches Wembley, mehr kann man sich nicht wünschen, eingetreten und eingetroffen gegen 14.07h.
Müde sind nun die Glieder, komme wahrscheinlich gar niemals mehr wieder.
Schwach im Geiste und jederzeit leicht beeinflussbar wie ehedem liebe Osterhasen, behaupte ich für kurze Zeit das Gegenteil von ziemlich allem, was nicht schwer ist, weil ich mich sowieso an nichts erinnere. Es ist das relativ Tollste auf der Welt, im Zug neben fremden Menschen zu sitzen. Die zarte Duftnote, die meinen Nebenmann auf das aller harmonischste umflort und der sich auf das aller manierlichste mit Baustoffanalysen und Holzkunde beschäftigt, macht alle Wellness-Socken dieser Welt vergessen. Tragt alle dieses Duftwasser und sollte ihr dereinst im Zug neben mir reisen (Montag gegen 6.30h zum Beispiel) und es nicht tun, werde ich sanft, aber bestimmt dafür Sorge tragen. Seid dankbar und schweigsam.
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