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Wenn man erst einmal weiß, was alles kaputt gehen kann, wer oder was ich auf Gleise stellt, legt oder einfach auch nur spielt, aus wie vielen Gründen es zu Verzögerungen im Betriebsablauf kommen kann und dass der gemeine Oberleitungsschaden alle Hoffnungen zunichte machen kann, der weiß, warum man Angst vorm Bahn fahren haben kann.
Wir starten pünktlich und bisher haben wir scheinbar nur keine Klimaanlage. Das sorgt für eine etwas unschöne Luft im Großraumabteil (nach unter 5 Minuten), mehr aber auch nicht.
Keine Stunde unterwegs. Hitze ist unerträglich. Draußen ziehen Unwetterwolken auf.
Meine Gedanken sind absolut positiv. Wir werden pünktlich sein. Nichts, auch kein Sturm wird sich uns in den Weg stellen. Ich glaube an das Gute. Wenigstens ein bisschen. Ich versuche es.
Bin erschöpft vom ans Gute glauben. Es möge nützen.
Klimaanlage ist nur in meinem Wagen ausgefallen. Werde mich nicht umsetzen, um den anderen Reisenden die Möglichkeit einer funktionierenden Klimaanlage zu erhalten. Es ist wie eine finstere Unwetterwolke die gleichsam über mir schwebt und jederzeit losregnen kann. Evtl. werde ich in Kürze ohnmächtig.
Es ist ja auch so und darauf stelle ich mich jetzt die kommenden drei Stunden ein, wenn ich den Zug verlassen sollte, was man ja nie genau wissen kann, dann werde ich mir den Tod holen. Vielleicht beginnen aber auch in Kürze die ersten Menschen damit, sich auszuziehen?
In Hamm gab es Wasser, aber keinen Lokführer. Der Zugchef wiederum war der Meinung, wir seien bereits in Dortmund.
Ankunft - spät.
kind II hat sich bei dem versuch den fängen von kind I zu entkommen, den rechten zeigezeh derartig unglücklich selbst umgetreten, dass man nicht sicher sein kann, ob das ohnehin schon krumme extremitätenanhängsel nicht vielleicht gebrochen sein könnte.
selbstverständlich wurden, empathie ist als mutter alles, die tränen des kindes für übertrieben gehalten. erst eine doch relativ beeindruckende schwellung, ließ auch für mich einen gewissen ernst der lage erkennen.
auftritt des mitbewohners. nach professioneller handhygiene fand kind II die information, er würde sich die sache erst einmal ansehen und dann entscheiden, ob eine amputation erforderlich sei, nicht witzig. kind I und ich aber haben sehr gelacht.
kind I möchte filmstar werden.
haben das projekt in die bewährten und erfahrenen hände der befreundeten verwandtschaft gelegt.
gestern, am frühen abend, zu einer zeit, wo grundsätzlich keiner ans telefon geht, der verwirrte anruf eines scheinbar nur relativ kompetenten pädagogischen mitarbeiters der schule von kind I und kind II. der grund des anrufes und der genaue inhalt der nachricht waren letztlich nur schwer zu ermitteln. der junge mann, eines noch frische nachwuchskraft hat sich sicher etwas dabei gedacht, glücklicherweise aber keine nummer hinterlassen, unter der man rücksprache hätte halten können. und ich wäre so in plauderlaune gewesen. es ist wie so oft: erst denken dann sprechen.
hämme und gehässiges gelächter vom kollegen, als ich ihm in einem akt der verzweiflung gestehe, dass kind I damit begonnen hat, jimi blue zu plakatieren. es musste ja kommen, aber warum heute und warum er? ein erster test ergab, dass ding ist so lose an der wand, es könnte ein raub des morgendlichen zugwindes werden. einfach so, über den hof ins weite nichts geweht.
gestern, es muss schon in rahmen fortschreitender dämmerung gewesen sein, darüber nachgedacht, ob es erleichterung verschaffen würde, jemanden zu beißen, beispielweise ins gesicht und wenn ja, für wie lange. praktische umsetzung steht noch aus.
evtl. könnte es helfen, teile des armes kurz anzuzünden.
...und ihre opfer.
ein linker arm...