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auf der palymobil-koppel werden die stute und der hengst durch einen zaun baulich von einander getrennt. da ich nicht frage warum, spricht kind II ungefragt. "die stute und hengst werden getrennt, damit der hengst die stute nicht deckt. sonst kann man die pferde nicht mehr reiten." kind I kichert gefährlich und will wissen, warum genau sie dann nicht mehr geritten werden könnten. kind II seufzt genervt. "die stute, weil sie dann schwanger ist und das fohlen sonst zu sehr geschüttelt wird und der hengst muss sich ausruhen." "wie, der muss sich ausruhen?" "der muss ich ausruhen, nachdem er die stute gedeckt hat."
der plan, stiefel mit imprägnierspray vor den widrigkeiten der witterung zu schützen scheitert kläglich an einer mahnmal gleich im regal lehnenden leeren dose. wir halten kurz inne und denken nach, wer für den erwerb ätzender chemikalien zuständig ist. die leere der dose ist gleichsam der fehlen tropfen, der das faß zum überlaufen bringen könnte. wäre hier nicht schon alles kaputt, jetzt wäre ein guter zeitpunkt damit anzufangen. die leere allerdings ist so gründlich hergestellt worden, dass mit dem verbliebenen rest nicht einmal ein eigenes oder auch fremdes auge verätzt werden könnte.
die phase der geschlechtlichen fortpflanzung überwindend, stoßen kind I und kind II in die philiosophischen tiefen von zweierbeziehung und polygamie vor.
Kind II: wer hat sich zuerst verliebt? du in papa oder papa in dich? naja, papa bestimmt in dich. jungs verlieben sich ja immer schneller.
im übrigen ist kind II aus div. gründen sehr froh, dass sie keine junge werden muss.
wir schweigen und nicken gemeinsam in stiller einmütigkeit.
Kind II: Meine Mama ist ein Säugetier wie Kühe, Schweine und Ziegen.
beim lesen meines tageshoroskopes fast an meiner eigenen spucke verschluckt und daran erstickt...
Sie erhalten zurück, was Sie geben: Güte, Freundschaft und liebevolle Unterstützung.
gerade sehr ernsthaft über den kauf von hausschuhen nachgedacht. die fußkälte der wohnung verursacht körperliche schmerzen.
kind II hingegen hat ganz andere sorgen. eines der letzten telefonate wurde mit den worten "ich bin ganz rot" eröffnet. sofort ging ich im geiste alle kinderkrankheiten, alle sonstigen mit bekannten viralen oder bakteriellen ursachen, allergien usw. ergebnislos durch. meiner begriffsstutzigkeit müde löste kind II auf. sie sei so rot, weil sie den ganzen tag geweint habe. über die tränen wand sich das gespräch in richtung wochenzusammenfassung. kind II sagte ich, warst du denn beim arzt zum spritzen? es folgte ein längerer vortrag über diverse arztbesuche. ich unterbrach und verstieg mich zu der behauptung, dass das alles schon in der woche davor stattgefunden habe. kind II allmählich die nerven ob meiner dummheit und renitenz verlierend begann von vorne... beim A U G E N A R Z T sei sie am montag gewesen (ich könnte mit meinem kalender das gegenteil beweisen), das wisse ich doch wohl. streit oder nicht, ich entschied mich, auch weil das kind schon ganz rot war von weiteren provokationen abstand zu nehmen. kind I setzte die geschichten der leiden fort. seit wochen mit einem ganz aussergewöhnlichen gerstenkorn geschlagen ("in der schule sagen immer alle armes kind I, das sieht aber eklig aus"), das glücklicherweise irgendwann aufplatzte und auslief "schrappt" jetzt allmählich weg. mit einigen tipps gegen meine anhaltende und doch auch anstrengende schlaflosigkeit beendeten wir das gespräch.
im grunde hätte ich doch noch beim supermarkt vorbei gehen sollen, aber hinterher ist man ja oft klüger. gut, dass ich noch ein wenig wasser habe, auch das soll ja helfen.
freuen wir uns auf eine weitere, finstere wache nacht.
es gibt fehler die nicht wiederholt werden sollten. "wendy"-hefte vergessen gehört sicher dazu. heute die ausgabe für diese woche käuflich erworben. heft II folgt.
man wird gemeinhin nicht schöner, wenn man das schlafen einstellt.
ungelöste frage für die nacht: wohin mit den dämonen?
mein horoskop rät seit monaten zu kontemplation und innenschau. nicht nur, dass ich schwankend bin, ob ich sehen möchte, was ich innen finde, wenn ich denn etwas finde, ist der zeitpunkt sehr ungünstig gewählt. es passt gerade nicht. dennoch kommt man nicht ganz darum herum.
kommen sie doch immer wieder, die situationen des auf sich zurück geworfen seins. nachts, wenn man nicht schlafen kann. in zügen, die anders fahren als erwartet. in zügen, die nicht ankommen. in zügen, die einen schlaflos durch die nacht fahren.
die sterne rieten im übrigen zum gegenteiligen, als weltenrückzug gerade sehr passend gewesen wäre. sei es darum, vielleicht ist das kosmische verweigern ein grund für kommunikationsstörungen in die eine oder andere richtung.
gerade fällt mir ein, dass ich eigentlich einen film suchen wollte, von dem es mir ratsam scheint, ihn gesehen zu haben. ausserdem wartet ein weiteres ballett-kostüm auf mich. eine tasche will gepackt sein.
kontemplation folgt.
Jedes Jahr um diese Zeit muss ich mir eine Mütze kaufen. Immer aufs Neue beseelt von der Hoffnung, mein Kopf inkl. Gesicht könnte irgendwann einmal Mützen tauglich werden. Sei es darum, gestern war es wieder soweit. Schon reichlich unter Druck wegen zu vieler Menschen egal wo, griff ich ein Ding aus dicker Wolle. Es wäre möglich, dass ich sie Probe trug, wenn dem aber so sein sollte, warum bin ich damit zur Kasse gegangen? Selbst im schlecht ausgeleuchteten Badezimmer in der Gast-Heim-Wohnung (Kurze Unterbrechung: Kind II muss sich seit Stunden Übergeben und gelegentlich ist ein Leeren der Schüssel erforderlich), sehe ich aus wie einer von den Ludolf Brüder. Je nun, für dieses Jahr liegt der Mützen-Kauf hinter mir.
Mütze und Erbrechen sollten uns aber nicht darüber hinwegtäuschen und schon gar nicht vergessen lassen, dass ein Ballett-Ding und ein "Laternenmännchen" noch auf ihre Fertigstellung warten. Die gute "Singer"-Nähmaschine steht drohend vor mir und dem Laternenmännchen fehlt nur noch das Laternchen. Was einerseits banal zu sein scheint, aber wird ein Laternenmännchen doch erst durch eben die Laterne zu einem solchen und unterscheidet sich nur so von beispielsweise gewöhnlichen Blumenmädchen (!), einfachen Wurzelkindern und oder Zwergen jeder Art. Ich habe nicht verstanden, warum jedes Kind ein solches haben muss und fürchte es könnte etwas mit mangelnder Freizeitbeschäftigung bei meinen Mitmenschen zu tun haben. Nur gut, dass ich weit davon entfernt bin eine Art von Schikane dahinter zu vermuten.
Kind II erbricht weiterhin. Ballett-Kleid passt solala.
sozialphobiker dieser welt, kommt nach berlin. fahrt mit dem schienenersatzverkehr der U9. kommt fremden menschen so nah, wie ihr ihnen nie kommen wolltet. wenn ihr dann noch nicht genug habt, geht zum neuen dm im hertie an der turmstr.
ich muss diesen laden schon alleine aus schulpolitischen gründen aufsuchen, aber was macht der rest der menschheit dort?
mitkundin durch starkes husten verärgert.
auf dem weg nach hause das bedürfnis niedergerungen einer vor-mir-geherin meinen rucksack über den schädel zu ziehen, um mir so freie bahn zu verschaffen. merke: wenn du bummeln willst, dann geh an der wand lang, aber behindere deine mitmenschen nicht.
gerade fällt es mir ein und auf und gut, dass ich es nicht vergessen habe...
wir feiern heute alle gemeinsam fünf jahre "geschichten aus dem hinterstübchen".
zeit, kurz inne zu halten und das leben revue passieren zu lassen.
was ist nicht alles passiert in den vergangenen fünf jahren.
kind II ist und das trotz aller negativen prognosen ein wenig gewachsen, zeigt reges interesse an der fortpflanzung von mensch und tier und schielt nicht mehr.
kind I befindet sich seit einigen jahren in einer präpubertären phase, wird eines tages prinzessin und viele pferde besitzen.
ob alles gut ausgegehn wird, wir wissen es nicht.
Dieser Tage kann leicht dem Trugschlusse unterlegen werden, dass der eigenen, fortschreitenden Vergreisung, innerlich wie äußerlich tatenlos zusehen zu müssen, Herausforderung genug sei. Selbst teuerste Produkte aus dem Bereich der kosmetischen High-Tech-Forschung können dem nicht positiv entgegen wirken. nicht einmal mein Glaube und er ist fest und unerschütterlich vermag hier noch Berge zu versetzen. Bitter, wenn man dann auf einer der führenden Fachzeitschrift lesen muss: Michelle Pfeiffer, strahlend schön und faltenfrei mit 49. Und all das nur, weil sie gute Gene hat, zufrieden ist, viel schläft, keinen Alkohol trinkt und seit 38 Jahren nicht mehr geraucht hat.
Rettung verheißt da eine Reise heim zu Kind I, Kind II, dem Mitbewohner und den neuen, noch sangesfreudigeren Nachbarn (ich vermute, verkannter Singer-Songwriter, inkl. Gitarrenbegleitung). Nur Familie und fröhliches Kinderlachen können die Anstrengung der vergangenen Wochen wett machen.
Der Mensch ist ein Träumer und Narr, der sich wider besseren Wissens immer wieder phantastischen Spinnereien hingibt.
Auch hier ist nur im Dunkeln besehen alles gut. Am Tag springt mich der überladene Schreibtisch, der einmal meiner war an. Als wolle er sagen: Du Schwein, guck dir genau an, wie ich aussehe. Alles was heimatlos und gerne auch ein wenig kaputt ist, rottet sich auf ihm zusammen. Oben auf ein kleines Häufchen aus weißen und schweinchen blauen Stofflümpchen. Dazu ein Zettel mit folgenden Anweisungen von Kind I:
Rockgurt kürzen
Rock unten mit Kreuzstichen festnähen
Oberteil an den Rock nähen
Wir ahnen bereits, wer das bis morgen erledigt haben soll. Allein es wird kein gutes Ende nehmen. Die Nähmaschine und ich sind nur entfernte Freunde. Außerdem wird es noch schlimmer kommen. Ich habe und es ist Zeit für Bekenntnisse, das alles entscheidende "Wendy"-Heft vergessen. Ich rechne nicht mit Vergebung! Zeit den Nachbarn zu bitten, eine traurige Ballade für mich zu singen.