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Ich schien friedlicher Stimmung zu sein, als ich gegen 5.30 Uhr in den Zug sprang. Wieder einmal habe ich mich bitter in mir getäuscht. Das gefährliche am Menschen ist seine dauerhafte Nähe zum Massenmord. Je lautloser der Mensch, desto näher steht er dem Amok.
Geräusche die einen unmittelbar in den Wahnsinn treiben: das Herausschaben schwieliger Haut aus dem Handballen. Wenn es mir gegeben wäre, ich bräche meiner Nebensitzerin die Finger. Jeden einzeln. Und sie sollte mir dafür noch dankbar sein.
Die Abwesenheit des Geräusches befreite mich nicht vom Anblick der manisch-aggressiven Tätigkeit.
Selbst minutenlanges Anstarren der Person änderte nichts und dabei saß das Mäuschen auch noch auf meinem Fensterplatz.
der tag ist zuende bevor er begonnen hat.
jede kleinste minute ist verplant bevor der dem ermüdungsbruch nahe fuß richtung boden gehen konnte.
jede nur denkbare sekunde wurde schon einem guten zweck zugeführt.
daher ist kein aufstehen mehr nötig.
aufstehen fällt aus.
was liegen bleibt wird kleinen kinderhänden zugeführt.
vorher rechnen wir noch schriftlich multiplikation und division.
es ist herrlich.
von der schwierigkeit zuverlässiges personal zu finden.
seit 30 minuten hupt direkt unter meinem balkon ein auto. könnte sich um eine alarmanlage handeln. das gleiche lustige spielchen gab die dreckskarre auch schon um kurz vor sechs. sei es darum. in kürze gibt es hier kein einziges auto mehr. und wer wird dafür sorgen?
das geräuscht, ein dauerton, zerstört das letzte bisschen über-ich, dessen ich noch habhaft bin. bald ist da kein gewissen nirgends mehr.ich kann nur auf mildernde umstände und einen meiner blockwart-ähnlichen nachbarn hoffen.
letzteres trat ein. einer meiner lieblingsnachbarn hat sich der sache beherzt angenommen. dazu trägt er ein enges leibchen, schlappen und hotpants. in der tat ist es so, wenn er die tragen kann, kann ich auch. will sagen, könnte ich. aber man muss ja nicht jeden trend auf teufel komm heraus mitmachen.
ausmaß und grad meines zustandes werden deutlicher als klar, wenn man bedenkt und damit müssen sie klar kommen, dass ich am gestrigen abend 3 stunden (bis in die frühen morgen stunden hinein) beide teile von das unbezähmbare herz sah. die attraktivität von bettina zimmermann 2,3 minuten verstanden und trug nur bedingt die restlichen177,7 minuten. ereilt mich sonst die gnade des sekundenschlafes, hielt ich gesternheute durch.
ein folgenschwerer (im hinblick auf die instabilität meiner psyche) fehlkauf, unter dem ich seit 10.48 uhr ortszeit leide, schloss sich an.
die aufarbeitung der steuer könnte ein richtungsweisender erfolg werden. noch hat sich die befreundet verwandtschaft aber nicht dazu geäußert.
nie mehr aus dem eigenen bett aufstehen müssen.
kind II. nie versiegender quell epischer monologe.
in den wirklich wichtigen momenten aber eine freundin des minimalismus.
die bevorzugten sätze lauten dieser tage:
- vergiss es!
- na siehst du!
liebe freunde von kleinwagen und panzern in vorgärten. es ist so, dass ich mich schuldig gemacht habe. die älteren unter uns erinnern sich. an viel bis allem und das bekenntnis geht mir als geübtem opfer leicht von den lippen. auch und vor allem habe ich schuld am zustand von kind I und kind II. insbesondere seitdem ich fern von kind I und kind II werktätig bin.
der mann als solcher kann sehr gerne fern der heimat auf montage gehen. dabei wohnt er in billigen absteigen und teilt sich sein zimmer mit anderen monteuren. ernährt sich schlecht, trinkt und raucht. naja. die frau wartet geduldig auf seine rückkehr und hält haus und kinder rein. es schadet auch keinem der zturückgebliebenen eben das zu sein, zurückgeblieben. hier kann die professionelle opferbereitschaft durch eine sanfte verhärmung um die blassen mundwinkel zart unterstrichen werden. nein, im zweifellsfall sind alle froh sich möglichst wenig zu sehen und die kinder gedeihen prächtig.
ganz anders, wenn die frau sich vom herd entfernt, selbstverständlich erst nachdem sie ihn vom fett befreit hat. auch hier hat es ein gutes, wenn mitbewohner und kindsmutter sich wenig sehen müssen. der mensch an sich sollte sehr viel alleine sein. je nun, die kinder an sich verkümmern. für die mutter unsichtbar, aber es ist gut, dass es andere aufmerksame mitmütter gibt die ein geschultes auge für eben jenes problem haben und auch nicht zögern einem das oft und gerne mitzuteilen. anfallsartig bricht es heraus. es ist gut in solchen momenten die schuld einfach zu bekennen. leugnen und trotz, wut gar, sind hier völlig fehl am platz. ein schwein ist ein schwein ist ein schwein.
es ist doch so. im grunde möchte man immer alles wissen, genau und detailliert, aber es gibt ausnahmen. selten genug. andererseits, wenn es sehr dringend aus der einen oder anderen heraus muss, dann soll es so sein, wenigstens an magengeschwüren möchte man sich nicht schuldig machen.
zur stärkung der gruppe hören wir "ich mag dich" von el*ke.
eine wie auch immer gestörte macht veranlasst teile meiner kleinen, drolligen familie während meiner abwesenheit dinge von mir anzufassen und so lange an den knochigen leib zu drücken bis sie kaputt gehen. auf seltsamen wegen gelangen die zerstörten objekte dann wieder an ihre ursprüngliche lagerstätte zurück und warten darauf von mir entdeckt zu werden. durch eine retrograde amnesie aller beteiligter ist es nicht möglich einen schuldigen zu ermitteln. die einzige lösung sieht vor, dass am ende alle traurig sind und weinen.
Was denken sich Kinobetreiber, wenn sie vor einem Kinderfilm ohne Altersfreigabe nahezu 30 Minuten Werbung für eine eindeutig andere Zielgruppe laufen lassen!? Es fehlten nur Alkohol und Zigaretten. Leider. Dafür gab es reichlich nackte Haut und eine minimalst zu hohe Lautstärke. Was nichts macht. So ein Kind kann sich ja die Ohren zuhalten, bis vom eifrigen Personal für Abhilfe gesorgt werden kann. Trailer für Filme mit Altersfreigabe, gut, kann man darüber streiten ob das sein muss. So ein Kind soll sich ruhig schon einmal daran gewöhnen dass nicht alle Tage „Hände weg von Mississippi“ Zeit ist. Hin und wieder kriegt man eben eine in die Fresse, wenn man nicht schnell genug ist oder clever genug selbst zuzuschlagen. Kind I hat das auch sehr schnell eingesehen. Kind II konnte nicht gucken, ihr taten die Ohren wegen des zu lauten Tones weh. Handelt es sich insgesamt um eine ironische und dennoch zielgerichtete Provokation? Wenn ja, dann kam sie sehr gut an.
Eine Schwarzwälderkischtorte ist kein Geschenk, das man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Eine zeitnahe Bewältigung ausgewählter Lebensmittel ist Bürde und Verantwortung, der ich mich auch im fortgeschrittenen Alter immer wieder gerne stelle.
Beim Laufen heute die Sensation langsam aufeinander reibender Knorpel im rechten Knie.
Kind I übt sich im Komplimente machen, während ich in äußerst unvorteilhaften Leggins durch die Wohnung springe: „Mama ... du hast gar nicht soooo dünne Beine.“
Kind II indessen kotzt sich die kleine Seele aus dem glühenden Leib.
ich bin geschaffen, um mir sorgen zu machen.
aus pin wird puk.
puk ist aber gar nicht hier.
für den sammelbecher:
minderwertigkeit aufgrund unverschuldeter geschlechtszugehörigkeit
Überraschend brach gerade heute das Ende aller Tage über mich herein.
Es gab Anzeichen. Sicher. Vorboten. Die Vögel flogen tief im aufsteigenden Pollennebel. Die Gedärme der Tiere waren bei der Auslese ungeordnet. Trotzdem war ich nicht vorbereitet.
Zum einen möchte ich rufen: Putzt eure schöne Schule ab sofort alleine. Meine Therapeutin riet mir, mich dazu in einem weniger emotionalen Moment zu äußern.
Die Beißschiene, die mich in Kürze von Kieferschmerzen befreien und Gelenkverschleißerscheinungen nicht mildern aber ein wenig abfedern soll, passte nicht. Erneut Abdruck in Lila. Wenigstens mein Zahnarzt hat Humor.
Wie in „Das große Fressen“ werde ich nun ein letztes, großes Mahl zubereiten und mich in der Nacht schwungvoll über eine Tischkante ziehen.