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die BARHOCKER in der PARTY ARTY GALLERY:
EVAS ERBINNEN lesen poetry, prosa, spoken word
jen brenke | frau julie | b:a | leowee | saralina | peh
mi. 31.5. / 20 h / festsaal kreuzberg, keller
skalizerstr 130 / berlin-kreuzberg
gerade für eine weile gedacht, mein computer würde sterben. war schon auf das balkongeländer gestiegen, um mit ihm gemeinsam zu gehen. war aber nur ein scherz. schelm. verrückter.
Unsereins kann ja nicht nur mit den Filznadeln umgehen wie sonst nur ein Neurochirurg mit Skalpell und Bohrer, sondern und ich war selbst ein wenig überrascht, mit einer Haarschneideschere wie ein, na ja fast noch junger Gott.
Vorgestern dem Mann ein Frisürchen gezaubert. Mein lieber Scholli.
Das kam so: der Mann nörgelte seit Tagen, kannst du mir nicht die Haare schneiden, kannst du mir nicht die Haare schneiden, kannst du mir nicht die Haare schneiden und es sollte ausnahmsweise nicht die null-acht-fünfzehn Variante mit dem Langhaarschneider sein, sondern unten recht kurz, oben aber ein wenig mehr. Kunst am Bau. Ich jammerte zurück, geh doch zum Frisör, geh doch zum Frisör, geh doch zum Frisör usw. er aber sprach von Vertrauen oder so und, dass man ja, wenn es schief ginge, nachträglich noch alles abrasieren könne. Ich mich also erinnert, wie das an mir beim letzten Mal gemacht wurde und dann einfach drauflos geschnitten. Was soll ich sagen, bei aller gebotenen Bescheidenheit. Wahnsinn. Kaum Scharten. Auf Arbeit fiel es jedenfalls nicht unangenehm auf (wobei spekuliert werden darf, ob wahrgenommen werden würde, wenn der Mann mit Plastiktüte über dem Kopf erscheinen würde), jedenfalls wurde mir nichts zugetragen.
Da war das heute, mit Kind I und Kind II wirklich Kindergarten (der Mann stand leider für vorher – nachher Fotos nicht zur Verfügung).
Man mag ja, auch wenn es bisweilen schwer fällt, kaum über das schlechte Wetter klagen, wo es doch der Haut von Kind II eine fast vergessene Zartheit und einen lange vermissten lieblichen Teint wiederschenkt. Die Polypen sind mäßig geschwollen und die Nase läuft normal. Die Augen sind nicht mehr verklebt, als bei anderen Menschen und doch, eine Kleinigkeit stört den Frieden.
Kleidung für Mädchen im Allgemeinen und Sandalen im Speziellen in Verbindung mit widrigen Witterungsverhältnissen. Ein nie versiegender Quell des Ärgers und Brutstätte für Blasenentzündungen, Lungenentzündungen, chronische Bronchitis und Rhinitis, Sinusitis etc., ich könnte ja stundenlang so weitermachen. Dünne Fummel, ein Hauch von nichts, dazu winzige Söckchen und Läppchen an den Füßen, die, die Bezeichnung Schuh nicht verdienen. Davon Träumen Kind I und Kind II nachts in ihrem Kämmerchen.
Wenn sie, ja wenn sie nur am Morgen nicht an mir vorbei müssten.
Alle dürfen, nur wir nicht, jammert und klagt es in aller Herrgottsfrühe. Manchmal reicht es, „ich bekomme gerade sehr schlechte Laune,“ zu zischen, manchmal, aber nicht immer. Da werden Kompromisse verhandelt und verworfen. Da wird, Arbeitskampf gleich mit totaler Verweigerung gedroht („Gut, gehe ich halt nie wieder in die Schule, das ist dann aber deine Schuld“).
Die alle, die dürfen, sind dann auch gerne diejenigen, die Sturmflut gleich, die nächste Erkältungswelle auslösen. Es fällt mir bisweilen schwer, sie in meine Genesungsgebete mit einzuschließen.
Aber natürlich sind Kind I und Kind II schlauer als ich und die Formen des passiven und aktiven Widerstandes machen vor nichts halt, auch nicht vor verhasster Nachtbekleidung.
Am Morgen kommt Kind II seltsam eisig angesprungen. Hustend und kichernd.
Weißt du, was ich heute Nacht gemacht habe?
???
Ich sage es dir aber nur, wenn du nicht schimpfst.
Mmmm
Schimpfst du?
Hmmm
Ja oder nein?
NEIN
Ich habe mir heute Nacht alles ausgezogen... (verhaltenes Kichern)
Kind II erkennt an meinen quellenden und dabei pulsierenden Augen, dass es mir schwer fällt ruhig zu bleiben, ich mich aber, an mein voreilig gegebenes Versprechen gebunden fühle.
...aber ich habe mich fast immer, ganz doll, in meine Decke eingekuschelt.
Heute Nacht nicht vergessen einen letzten Wachrundgang zu unternehmen.
Im schulischen Umfeld von Kind I und Kind II werden zurzeit Haustiere in rauen Mengen angeschafft.
Nun gibt es eine Reihe von Gründen, warum wir uns diesem Trend verweigern werden. Platz, Zeit, Geld, zum Beispiel.
Alles mit Haaren und ein Wohnumfeld mit Heu und Stroh, scheidet aus medizinischen Gründen aus.
Kind II hat nun aber den wahren Grund für meine Verweigerung herausgefunden.
Mama, du bist Tierscheu.
So ist es.
Und so bleibt es.
Das es Frühling ist, erkennt man alle Jahre wieder, an den Vogelkinderleichteilen auf dem Balkon.
Der heutige Tag hält nun seit sechs Uhr in der Früh einige Unwägbarkeiten bereit, denen ich nun, nach vielen Stunden des wach seins und hin und her rennens, geneigt bin mit der ganzen Schwermut derer ich habhaft werden kann und ich habe ein sehr gutes Gefühl was die Schwere der Schwermut angeht (es könnte gewaltig werden und ich habe einen Gast der zusätzlich zu Kind I, Kind II und dem Mann daran teilhaben könnte), nachzugeben.
Man könnte aber auch ins Kino gehen. Zum Beispiel könnte man sich, wenn man in Berlin wohnt, oder immer schon einmal nach Berlin wollte, diesen Film in diesem Kino ansehen. Könnte man. Muss man aber nicht.
die tasche kam mir schon ein wenig leicht und durchwühlt vor. als kind I und kind II dann aber nach ihren geschenken von der befreundeten verwandtschaft fragten, fiel es mir wieder ein. eine komplette tüte, samt inhalt ist verschwunden. man könnte auch geklaut sagen.
schweine. kindersachen klaun.
kind I und Kind II wollen, nachdem sie bittere tränen vergoßen haben, den dieb vergiften. werde ihnen dabei sehr gerne zur hand gehen.
Mein Gepäck ist nunmehr hilflos in Neapel aufgeriffen worden und wird, vielleicht morgen, am Mittag, über Venedig, zu mir zurückkehren.
Irgendwo zwischen hier und Stuttgart hat man meine kleine rote Tasche verloren (es ist nicht einmal meine eigene, sondern die des Mannes). Kann sie aber im Moment auch nicht suchen, weil die Computer nicht gehen (und das könne noch Stunden dauern). Ob denn etwas ungewöhnliches in meiner Tasche wäre? Aber ich war nicht einmal in der Lage sie einem der 30 (oder mehr) Mustergepäckstücken zuzuordnen, die man mir auf eingeschweißten Fotos zeigte.
Nunmehr fallen mir minütlich ungewöhnliche Dinge ein, die in meiner Tasche sind und die unbedingt wieder in meinen Besitz kommen müssen, aber ich kann ja nicht jedesmal den armen Mann anrufen und ihn alles von Hand notieren lassen.
Stulle sein heißt:
Unmittelbar nach dem Erbrechen des Kindes der festen Überzeugung sein, sich einen schweren Magendarmvirus eingefangen zu haben. Das Festhalten an einer immer gut gefüllten Packung Vomex A hilft bisweilen.
die sie (leider) nicht erleben konnten, wie ich gestern bis an die Grenzen des Schwachsinns und auch sehr gerne ein wenig darüber hinaus nervös war, hier unten irgendwo mein kleiner Text. weiter ...
Heute in Augenblicken Kind II sehr dankbar gewesen. Nachdem sie den gestrigen Nachmittag in reichlich pollenschwangerer Luft verbracht hat, sieht ihr Gesicht heute aus, wie ein Feuermelder. Die Augen sind kleine, verklebte Schlitze und wir müssen nicht zwanghaft, nur weil die Sonne ein wenig scheint, raus. Draußen mag es warm sein, die Stimmung in der Wohnung ist Hitzig und steuert einem fulminanten Höhepunkt entgegen, einem Feuerwerk an Aggression und schlechter Laune. Evtl. werden zu vorgerückter Stunde die Fäuste sprechen.
Wenn man sich einen kleinen Spaß erlauben möchte, spricht man Kind II auf den morgigen Vormittag an. Kontrolluntersuchung beim Augenarzt. Die Reaktionen von Kind II enthalten eine bis dato nicht gekannter Häufung des Wortes „Scheiß“.
*verlässt den Raum und spricht Kind II auf den morgigen Vormittag an*
...ach, herrlich.
Zurzeit kann die Brille sowieso nicht getragen werden, da der Hautkontakt im Bereich der Nase sofortiges Wundsein zur Folge hat.
Auch Kind I kann von Kind II direkt mit dem Wort "Scheiß" verbunden werden.
Kind I scheint sich das nicht gefallen lassen zu wollen.
*Frau J. nimmt auf dem Könnte-sowas-wie-ein-Sofa-sein platz und singt Fangesänge*
Natürlich kann ein Schuh mit diesen Attributen nur meinen Namen tragen.
Den sehe ich mir rasch mal an.
Wenn ich da groß draufstehe, nehme ich den gleich mit.
Das würde das lästige rein schreiben mit Filzstift ersparen.
Nachtrag: Getragen erwies sich der Schuh doch eher als Klotz am Bein. Selbstverständlich gibt mir das zu denken.
Am frühen Morgen Erweiterung der Kernkompetenzen um die Fähigkeit, einen Pari Vernebler mit geschlossenen Augen zusammen- und wieder auseinanderbauen zu können.